
Wie und wo entstand die Crema Catalana? Wie so oft, gibt uns die Antwort nicht etwa die Geschichte, sondern eine Legende. Dabei besagt die glaubwürdigste, dieses Dessert wäre aufgrund eines Fehlers einiger Nonnen in einem katalonischen Kloster entstanden, die mit karamellisiertem Zucker einen etwas zu flüssig geratenen Pudding korrigieren wollten.
Abgesehen von dieser Anekdote gibt es Hinweise zur Crema Catalana sowohl in der lokalen Literatur wie auch in den Kochbüchern aus dem 14. und 16. Jahrhundert. Darunter auch im Rezeptbuch Llibre del Coch von Robert Mestre (1520), dem ersten ausgedruckten Kochbuch der iberischen Halbinsel. Dieser historische Nachweis legt nahe, dass die Crema Catalana eines der ältesten Desserts Europa ist.
In Katalonien ist diese Creme heute als „Crema Cremada“ (Gebrannte Creme) oder auch als „Crema de Sant Josep“ („Josefscreme“) bekannt. Dies, weil es sich um ein typisches Dessert für das Fest des Heiligen Josef (19.März) handelt, wenn in Spanien, Portugal und Italien der Vatertag gefeiert wird.
Unterschiede zur Crème Brûlée
Crema Catalana und Crème Brûlée sehen sich sehr ähnlich, sind aber in Wirklichkeit völlig anders. Allem voran die Zubereitung: Crema Catalana wird direkt auf dem Herd gekocht, während Crème Brûlée im Wasserbad gegart wird.
Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist der Geschmack. Crema Catalana wird mit Zimt verfeinert, während bei Crème Brûlée das Aroma von Vanille vorherrschend ist. Außerdem besteht Crema Catalana ausschließlich aus Vollmilch, während die französische Kollegin eine Mischung aus frischer Sahne und Milch ist.
Möchten wir nun unsere Gäste mit einem Dessert verzaubern, dessen Zubereitung so unkompliziert wie möglich ist, dann ist Crema Catalana die beste Lösung. Diese leichte und delikate Creme ist der perfekte Abschluss nach dem Essen und verwöhnt den Gaumen, ohne zu üppig zu sein.
Zubereitung zu Hause.
Zutaten für die Zubereitung von Crema Catalana
Das Rezept für Crema Catalana ist wirklich einfach, hat aber das gewisse Etwas, das diese Creme so besonders macht. Unter den berühmten Desserts der katalonischen Küche wird sie in Spanien vor allem am Vatertag serviert, auch wenn sie heute mittlerweile das ganze Jahr über genossen werden kann. Und was macht am meisten Spaß? Mit dem Löffelchen die karamellisierte Zuckerkruste zu durchbrechen. Denn das leichte „Knacken“ ist das Startsignal, dass wir in Kürze auf das weiche Herz der Creme stoßen.
Im Anschluss finden Sie das authentische Rezept, wie es vom Corpus de la Cocina Catalana, dem Kochbuch des katalonischen Kochinstituts, herausgegeben wurde.
Zutaten (8 Portionen)
- 1 Liter Milch
- 1 Stange Zimt
- 1 Zitronenschale
- 200 Gramm Zucker
- 8 Eigelb
- 40 Gramm Stärkemehl
