
Laktosefreie Butter war vor einigen Jahren noch ein Nischenprodukt, während man sie heute nahezu in jedem Kühlregal der Supermärkte finden kann. Dieses Produkt beantwortet eine ganz schlichte Frage: Wie kann man weiter mit Butter kochen, obwohl man an einer Laktoseunverträglichkeit leidet?
Die gute Nachricht ist, dass man auf nichts verzichten muss: Mit laktosefreier Butter kann man so gut wie alles zubereiten – egal ob süßes Gebäck oder herzhafte Quiches – wobei Geschmack oder Kochergebnis genau wie bei normaler Butter erhalten bleiben.
Was ist laktosefreie Butter (und wie wird sie gemacht)
Laktosefreie Butter ist in jeder Hinsicht eine fast normale Butter: Sie entsteht aus Sahne oder Rahm aus Kuhmilch und wird wie herkömmliche Butter hergestellt: Wie bei anderen laktosefreien Produkten liegt der Unterschied in einem weiteren Verarbeitungsprozess: Die Laktose (Milchzucker) wird durch die Zugabe des Enzyms Laktase, das den Milchzucker in die beiden Einfachzucker Glukose und Galaktose spaltet, auf einen Mindestgehalt reduziert. Alternativ wird der wässrige Anteil, der zum Großteil die Laktose enthält, fast gänzlich entfernt. Auf diese Art befindet sich das Endprodukt innerhalb der gesetzlich bestimmten Grenzwerte, um als „laktosefrei“ bezeichnet zu werden (normalerweise sind das weniger als 0,1 Gramm je 100 Gramm Produkt).
Das Ergebnis ist eine Butter, deren Geruch, Cremigkeit und Kochverhalten fast genau so ist wie in normaler Butter, aber mit einem derart geringen Laktosegehalt, der auch von Menschen mit einer leichten Unverträglichkeit (stets unter ärztlichen Empfehlungen) gut vertragen wird.
Worin besteht der Unterschied gegenüber normaler Butter?
Das Aussehen sowie die Beschaffenheit zwischen herkömmlicher Butter und laktosefreier Butter sind äußerst gering und beide sind sich sehr ähnlich.
In geschmacklicher Hinsicht ist laktosefreie Butter leicht süßlich. Dies liegt an der Spaltung von Laktose in die beiden Einfachzucker Glukose und Galaktose, die am Gaumen etwas süßlicher wahrgenommen werden.
Bei den meisten Anwendungen ist dieser Unterschied aber kaum bemerkbar, insbesondere wenn die Butter als Zutat in einem Teig oder zur Verfeinerung von Saucen verwendet wird.
Wie verwendet man laktosefreie Butter in der Küche
Laktosefreie Butter wird in der Küche genau wie herkömmliche Butter eingesetzt: Man verwendet die gleiche Menge, ohne die Rezepte ändern oder angleichen zu müssen.
Sie eignet sich vorzüglich für süße Zubereitungen wie Mürbeteig, Gebäck, Crostata, Torten und Hefegebäck. Auch in herzhaften Zubereitungen ist das Ergebnis das gleiche: Man kann sie zum Anbraten verwenden, ein Risotto cremig abrunden, Kartoffelpüree und Gemüsesuppen verfeinern sowie Bechamel, Aufläufe und Gratins damit zubereiten.
Wer den natürlichen Buttergeschmack liebt, der kann sie direkt als Brotaufstrich, für feine Croutons oder Häppchen oder zum Verfeinern von Kartoffeln und Gemüse verwenden. Kurzum kann man mit ihr kochen wie mit normaler Butter.
Auf was sollte man beim Etikett achten
Wenn wir laktosefreie Butter benutzen, sollten wir das Etikett kontrollieren: Entscheidend ist die Angabe „laktosefrei“ oder „Laktose <0,1 g/100 g“.
Dieses Produkt eignet sich also für Menschen mit einer leichten Unverträglichkeit, die ihre Kochgewohnheiten nicht komplett ändern möchten. Diese Butter bietet praktisch den gleichen Geschmack und die gleiche Vielseitigkeit beim Kochen wie normale Butter, aber mit einem derart geringen Laktosegehalt, sodass sie meist gut verträglich ist. Man sollte sich aber immer an die Anweisungen des behandelnden Arztes oder des Ernährungsberaters halten. Für Menschen, die unter einer Allergie gegen Milcheiweiß leiden, ist diese Butter nicht geeignet, da diese Art von Proteinen im Produkt enthalten sein können.
Selbstverständlich ist diese Butter nicht „besser“ als herkömmliche Butter, sondern lediglich eine Alternative, um ohne Verzicht auf Geschmack zu kochen und weiterhin Gebäck, Torten, Saucen und im Ofen gebackene Gerichte zuzubereiten.
