
Am 30. März wird der Internationale Tag der Null Verschwendung gefeiert, eine Initiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und des Programms der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen (UN-Habitat).
Dieser Tag regt zum Nachdenken an und hebt die Wichtigkeit eines besseren Abfallmanagements auf globaler Ebene hervor. Außerdem geht es um die Notwendigkeit, nachhaltige Konsum- und Produktionsmodelle zu fördern, um das Problem der Umweltverschmutzung durch Müll zu bewältigen.
Themen, die praktisch alle Wirtschaftssektoren betreffen, die dazu aufgerufen werden, ihren Produktions- und Verpackungsmüll zu reduzieren und den Lebenszyklus der Produkte zu verlängern.
Die dritte Ausgabe des International Day of Zero Waste
Erstmals im Jahr 2023 ins Leben gerufen, feiert der Internationale Tag der Null Verschwendung in diesem Jahr seine dritte Ausgabe. Diese Veranstaltung möchte uns daran erinnern, dass weltweit jedes Jahr zwischen 2,1 und 2,3 Milliarden Tonnen nicht recycelbarer Hausmüll produziert werden. Ohne dringende Maßnahmen könnte diese Zahl bis 2050 auf 3,8 Milliarden Tonnen ansteigen.
Diese enorme Müllmenge gefährdet die menschliche Gesundheit, verursacht weltweit Kosten in Höhe von Hunderten Milliarden Euro und verschärft die dreifache planetarische Krise: Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt und Umweltverschmutzung.
Obwohl der diesjährige Schwerpunkt des Events die Abfallproblematik der Textilbranche betrifft, sollte kein Wirtschaftszweig sich auf der sicheren Seite fühlen und verantwortungsvollere Maßnahmen ergreifen.
Abfallreduzierung in der Milchindustrie
Die Milchindustrie setzt bereits zahlreiche Maßnahmen um, um die Abfallbelastung zu reduzieren. Dabei konzentriert sie sich vor allem auf folgende drei Strategien:
- Reduzierung der primären und sekundären Verpackungen.
- Verwendung von recycelbarem und bereits recyceltem Kunststoff.
- Erprobung von alternativen Materialien anstelle von Kunststoffverpackungen.
Die Genossenschaften des Milchsektors entwickeln zunehmend innovative Lösungen, um ihre Umweltbilanz zu verbessern. Eine dieser Maßnahmen ist der Ersatz von Verpackungen aus Kunststoff durch Verpackungen aus Papier. Dank dieser Umstellung konnten bereits 4 Gramm Plastik je Joghurtbecher eingespart werden. Das bedeutet eine Reduzierung von etwa 25% der CO₂-Emissionen je Becher.
Eine Schlüsselrolle in Sachen Nachhaltigkeit der gesamten Produktions- und Lieferkette spielen auch die Molkereien, die sich darum bemühen, Verschwendungen zu vermeiden, indem sie die Nebenprodukte und Abfälle in neue Ressourcen verwandeln. Ein konkretes Beispiel ist zum Beispiel die Produktion von Biogas. Durch den Prozess der anaeroben Vergärung werden Nebenprodukte der Milchverarbeitung in Methangas umgewandelt, wodurch erneuerbare Energie entsteht.
In den letzten Jahren wurden außerdem Technologien entwickelt, die es möglich machen, hochwertige Nährstoffkomponenten aus der Molke zu extrahieren, während zur gleichen Zeit weniger organische Abfälle ins Abwasser gelangen. Dadurch wird die Umweltbelastung bei der Entsorgung erheblich gesenkt. Darüber hinaus wurden innovative Lösungen getestet, die es ermöglichen, die durch Extrahierung gewonnenen Rückstände in Biokunststoff umzuwandeln, der auch für den Lebensmittelbereich geeignet ist und dadurch eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Verpackungen bietet.
Abfallreduzierung erreicht man auch durch den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung
Aufgabe der Milchindustrie ist es nicht nur, Abfälle zu reduzieren, sondern auch die Verschwendung von Lebensmitteln zu minimieren. Weltweit werden tatsächlich enorm hohe Mengen an Lebensmitteln weggeworfen: Laut einigen Statistiken bleibt etwa ein Drittel der produzierten Nahrung ungenutzt.
Zu den Hauptursachen der Lebensmittelverschwendung im Familienhaushalt gehören schlechte Einkaufsplanung, Spontaneinkäufe und ungeeignete Verpackungsgrößen. In dieser Hinsicht erzielt die Milchindustrie allerdings gute Ergebnisse: So machen beispielsweise Lebensmittel tierischen Ursprungs nur 15% des so genannten Food Wastage, aus, wobei Milch und Käse zu den am wenigsten verschwendeten Produkten gehören.
Laut einer Studie der Europäischen Kommission ist auch das auf den Lebensmittelverpackungen aufgedruckte Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis“ und „vorzugsweise zu verbrauchen bis“) eine der Hauptursachen für Lebensmittelverschwendung. Zahlreiche Produkte können nämlich problemlos noch nach dem aufgedruckten Datum verzehrt werden, aber leider meiden die meisten Verbraucher Waren mit einem nahenden Verfallsdatum. Dies hat zur Folge, dass in Italien täglich Tausende Liter frische Milch bereits zwei bis drei Tage vor dem Verfallsdatum aus den Kühlregalen der Supermärkte entfernt und entweder vernichtet oder in der Tierfutterproduktion verwendet werden.
Es wird davon ausgegangen, dass eine bessere Verständnis der Etiketten und die korrekte Aufbewahrung der Produkte dazu beitragen könnte, die Lebensmittelverschwendung um fast 10% zu reduzieren.
Der Internationale Tag der Null Verschwendung betrifft sowohl Hersteller wie Verbraucher
Der Internationale Tag der Null Verschwendung ist eine großartige Gelegenheit, um über Strategien zur Reduzierung von Abfällen und Verschwendung in sämtlichen Branchenbereichen, einschließlich dem der Milchindustrie nachzudenken.
Während die Unternehmen einerseits in nachhaltigere Verpackungsmaterialien und in innovative Prozesse zur Wiederverwertung von Nebenprodukten investieren, ist es andererseits unerlässlich, die Verbraucher bezüglich eines bewussteren Konsums der Lebensmittel zu sensibilisieren.
Nur das gemeinsame Engagement von Produzenten, Händlern und Verbrauchern kann für eine nachhaltigere Zukunft sorgen, in der der verantwortungsvolle Umgang mit den Ressourcen im Einklang mit dem Schutz und Erhalt unserer Erde steht.
