
Am 19. November 2024 fand im Restaurant Aimo e Nadia in Mailand das Think Milk Dinner statt, eine Veranstaltung mit dem Thema „Nachhaltigkeit und Innovation: Die Zukunft der europäischen Molkereiprodukte“.
Das von dem Projekt „Think Milk, Taste Europe, Be Smart“ geförderte Treffen verband ein Abendessen mit erstklassigen Molkereiprodukten mit Beiträgen von Fachleuten in Bezug auf Innovation und Nachhaltigkeit in der Welt der genossenschaftlichen Kooperation.
An dem Think Milk Dinner nahmen 52 Gäste teil, darunter Journalisten, Influencer, und Branchenvertreter. Das Menü bestand aus Gerichten wie Risotto mit Burrata di Andria g.g.A. und Fleisch mit Taleggio g.U., begleitet von gewählten Weinen.
Die Molkereigenossenschaften werden immer umweltfreundlicher
Aus der Veranstaltung ging hervor, dass die Milchindustrie in Bezug auf Nachhaltigkeit große Fortschritte macht. Dies dank einer immer engeren Verbindung mit der technischen Innovation. Moderne Ställe nutzen extrem fortschrittliche CO₂- Überwachungssysteme, liefern wissenschaftliche Dokumentationen in Bezug auf Tierwohl und optimieren das Management der Energie- und Wasserressourcen. Diese konkreten Maßnahmen sind unverzichtbare Investitionen für eine Branche, die mit Verantwortung in die Zukunft blickt.
Denn Nachhaltigkeit ist keine Option, sondern eine Priorität. Die Einführung von technologischen Lösungen in die Milchindustrie macht es möglich, die Belastung der Umwelt zu reduzieren, die Produktionsqualität zu verbessern und die Nutzung der Ressourcen zu optimieren. „Think Milk, Taste Europe, Be Smart” hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Fortschritte zu kommunizieren, um die Bedeutung der Milchbranche im heutigen Kontext hervorzuheben.
Think Milk Dinner: Vorbildliche Beispiele für Nachhaltigkeit
Folgend einige vorbildliche Beispiele, die am Think Milk Dinner vorgestellt wurden
Danio Federici, Präsident der Genossenschaft Pieve Ecoenergia, die sich auf Rinderzucht spezialisiert hat, erklärte, wie das Unternehmen eine Biogasanlage zur Stromerzeugung nutzt, Gärreste als Dünger verwendet, Fernwärmesysteme einsetzt und eine Photovoltaikanlage betreibt. Die Genossenschaft mit Sitz in der Provinz von Cremona hat außerdem eine Zusammenarbeit mit der Polytechnischen Universität in Mailand gestartet, um ein Überwachungssystem zur Berechnung des CO₂- Fußabdrucks je Liter Milch zu entwickeln. Derzeit zeigt das System eine Emissionsspanne von 0,5 bis 0,7 kg CO2 pro Liter Milch an. Das liegt deutlich unter dem üblichen Durchschnitt von etwa 1,37 kg CO2 pro Liter.
Nicola Cesare Baldrighi, Präsident der Genossenschaft PLAC Fattorie Cremona, die insgesamt 77 Betriebe vereint, legt den Fokus auf die Zucht- und Haltungsbedingungen der Tiere. Im Jahr 2023 lag die durchschnittliche Bewertung für Tierwohl der Genossenschaftsmitglieder bei 85,82 Punkten, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu dem Wert von 72,56 Punkten vier Jahre zuvor. Weitere Fortschritte gab es durch Photovoltaik- und Biogasanlagen, die eine höhere Energieunabhängigkeit gewährleisten. Außerdem konnte der Wasserverbrauch wesentlich reduziert werden, während 53% der Verpackungen recycelt werden. Hochwertige Produkte wie Provolone Valpadana g.U. und Grana Padano g.U. unterstützen ebenfalls die Region, weil sich hier sowohl die Rohstoffgewinnung als auch die Verarbeitungsphasen konzentrieren.
Simona Caselli, Präsidentin von Granlatte, betonte, dass ökologischer Wandel und Tierwohl mittlerweile zu den zentralen Themen der Betriebsstrategien der Unternehmen der Branche gehören. Diese Fortschritte müssen angemessen mitgeteilt werden, um falschen Informationen vorzubeugen.
Die Rolle der Alleanza delle Cooperative Agroalimentari
An der Veranstaltung nahm auch Giovanni Guarneri von der Alleanza delle Cooperative Agroalimentari teil, der auf die Wichtigkeit nachhaltiger Praktiken entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette bestand. Diese beginnen sowohl bei der Tierhaltung der Großbetriebe, dehnen sich aber auch auf ganze Regionen sowie auf die Kleinbetriebe in den Berggebieten aus. Ziel des Genossenschaftssystems ist es, die Innovationen in der Produktionskette mit der Wertschätzung traditioneller Methoden und der Sicherung von Arbeitsplätzen zu verbinden.
Guarneri wies außerdem daraufhin, dass Nachhaltigkeit auch die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung betrifft und dass Milch und Milchprodukte zu jenen Lebensmitteln gehören, die am wenigsten verschwendet werden. Darüber hinaus liefert die Milchindustrie Lebensmittel mit wichtigen Nährstoffen wie Kalzium, Vitamin D und Eiweiß, die dazu beitragen, die individuelle und die soziale Gesundheit zu fördern.









